Kinderliga fordert: Unterstützung hochbelasteter Eltern zum Schutz der Kinder

Kinderliga fordert: Unterstützung hochbelasteter Eltern zum Schutz der Kinder

Die Österreichische Kinderliga weist erneut auf Gewaltverbot gegenüber Kindern und Jugendlichen
hin und fordert mehr Aufklärungsarbeit und Unterstützung in den Familien.

Wien (OTS) - Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) hält erneut an der Wichtigkeit des Gewaltverbots gegenüber Kindern und Jugendlichen fest und fordert vermehrt Aufklärungsarbeit und Unterstützung in den Familien. Der Tod eines dreieinhalb Monate alten Babys als Folge von Gewaltanwendung durch den Vater macht einmal mehr auf besonders tragische Weise deutlich, dass Kinder immer wieder Opfer von Gewaltanwendungen werden.

Nach wie vor sind mehr als 50 Prozent der Kinder in Österreich trotz gesetzlichem Verbot körperlicher Gewalt ausgesetzt, etwa 10 Prozent schweren Formen davon. Nicht nur die körperlichen Folgen, sondern auch die seelischen Verletzung schädigen Kinder. Die Kinderliga weist neuerlich darauf hin, dass es deutlich mehr Bewusstseinsbildung, Prävention und Unterstützung, insbesondere für belastete Familien, braucht.

"Es geht uns nicht darum, mit dem Finger auf einen Einzelfall zu zeigen. Wir alle tragen gesamtgesellschaftlich Verantwortung dafür, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Eltern von Beginn an zu begleiten und mit Netzwerken der Solidarität zu stärken. Die politischen Entscheidungsträger sind gefordert, mehr Mittel in Prävention, in die Unterstützung von Eltern und in Aufklärungsarbeit fließen zu lassen", erklärt Dr. Christop h Hackspiel, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder - und Jugendgesundheit.

Anlaufstellen für Eltern, sowie aufsuchende Strukturen sollten dringend verstärkt werden um Familien bei der Bewältigen ihrer Problemstellungen einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen, damit diese nicht an die Grenzen ihrer (Erziehungs - ) Möglichkeiten geraten, so Hackspiel. Tragische Einzelfälle werden wohl nie ganz zu verhindern sein, aber in der Prävention liegt ein riesiges Potential, um gewaltfreie Problemlösungen zu ermöglichen.

Eine bereits ausgesprochen erfolgreich laufende Hilfestellung für Eltern von Babys - das in Österreich von der Kinderliga mitentwickelte Angebot der "Frühen Hilfen" – sollte daher rascher und flächendeckend ausgebaut werden.

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