Presseinformation "Kinderliga erstellt Kinderschutzrichtlinie für ihre Mitgliederorganisationen"

Presseinformation "Kinderliga erstellt Kinderschutzrichtlinie für ihre Mitgliederorganisationen"

Wien, 18.11.2017 -  Den Welttag der Kinderrechte am 20.11. nimmt die Österreichische Liga für Kinder und
Jugendgesundheit (Kinderliga) zum Anlass, eine Kinderschutzrichtlinie für ihre knapp 100
Mitgliederorganisationen (Caritas, Diakonie, SOS Kinderdorf, Kinderfreunde, Sterntalerhof, Physio
Austria u.v.m.) zu erstellen. Diese Richtlinie soll den Mitgliedern der Kinderliga aber auch dem Team
der Kinderliga selbst als Kinderschutz Leitfaden für ihre tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
dienen. Ziel dieser Richtlinie ist es, Kinder vor Missbrauch und Misshandlung zu schützen sowie das
Risiko für Misshandlung und Missbrauch zu verringern. Die Kinderliga möchte darüber hinaus das
Bewusstsein ihrer Mitglieder sowie ihrer Kooperationspartner für dieses Thema stärken.


Eine Umfrage, die die Kinderliga im Frühsommer 2017 bei ihren damals 90 Mitgliedern durchführte
und an der sich 55 Mitglieder beteiligten, hat gezeigt, dass davon nur 10 Organisationen bereits
Kinderschutzrichtlinien implementiert haben. Grundlagen für die Arbeit der anderen Organisationen
sind bisher u.a. Qualitätsstandards, allgemeine Ethikleitlinien, Leitlinien zur Personaleinstellung und
Leitlinien für gewaltfreien Umgang und Umgang mit Internet und Medien. „Kinderschutzrichtlinien
sind nicht verpflichtend. Es ist uns jedoch ein Anliegen, vor allem unseren Mitgliederorganisationen,
die in der Kinder- und Jugendgesundheit versorgend tätig sind, einen Leitfaden an die Hand zu
geben“, erklärt Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Kinderliga.


Laut der ExpertInnen der Kinderliga sollte eine Kinderschutzrichtlinie zumindest folgende Elemente
enthalten.

Einleitung
• Zweck und Reichweite der Kindesschutzrichtlinie
• Definition von Misshandlung und Missbrauch
• Rechtlicher Rahmen
Präventive Maßnahmen in der Organisation
• Verhaltensrichtlinien für Mitarbeitende
• Standards für die Personalpolitik der Organisation (Rekrutierung, Anstellung, Weiterbildung)
• Kommunikationsstandards (Presse, Fundraising etc.)
• Verhaltensrichtlinien für Personen, die mit der Organisation verbunden sind (Geldgeber,
Einzelspender, Gremienmitglieder, Freiwillige etc.)
Fallmanagement-System
• Ernennung einer/s Kindesschutzbeauftragten


Die Kinderschutzrichtlinie der Kinderliga soll vor allem zwei Zwecke erfüllen: Sie bietet sowohl
Verhaltensrichtlinien für den Umgang mit Kindern, als auch Richtlinien für internes Fallmanagement
im Verdachtsfall. Grundlage für die von der Kinderliga erstellte Kinderschutzrichtlinie ist der
„Leitfaden für gewaltfreie sozialpädagogische Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Familie
und Jugend, der an die Arbeitswelt der Kinderliga angepasst wurde (www.bmfj.gv.at/familie/gewalt/leitfaden-gewaltfreie-einrichtungen.html). Den übergeordneten
rechtlichen Rahmen bildet die UN-Konvention für die Rechte des Kindes (www.kinderrechte.gv.at/kinderrechtekonvention/).

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