Presseinformation "Kinderliga fordert neue Kinderkostenstudie"

Presseinformation "Kinderliga fordert neue Kinderkostenstudie"

 

Wien, 6.12.2017 Gemeinsam mit Organisationen wie Volkshilfe, SOS Kinderdorf, Kinderrechte Netzwerk, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Bundesjugendvertretung und Österreichische Plattform für Alleinerziehende hat die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) einen offenen Brief an die neue Bundesregierung für eine dringend notwendige Kinderkostenstudie verfasst, den mehr als 70 Organisationen mitunterzeichnet haben. 

 

Die letzte Erhebung jener finanziellen Mittel, die Familien für ihre Kinder aufbringen müssen, um deren Bedürfnisse abzudecken, stammt aus 1964. Seitdem hat sich die Ausgabenlage wesentlich verändert. Welche Kosten Familien aktuell für Wohnen, Essen, Kleidung, Wohnraum, Kinderbetreuung und Schule oder auch Freizeit und Urlaub entstehen, ist nicht bekannt. Der offene Brief weist auf die Dringlichkeit hin, den Regelbedarf von Kindern auf einer statistisch zuverlässigen Basis zu erheben, die auch neue technische Errungenschaften der letzten 50 Jahre wie Handys und Computer, die z.B. in Bildungseinrichtungen selbstverständlich vorausgesetzt werden, berücksichtigt. 

 

„Wir unterstützen die Forderungen an die künftige Bundesregierung, umgehend eine neue und unabhängige Kinderkostenstudie durchzuführen, welche die aktuellen Aufwendungen für Familien erhebt“, erklärt Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Kinderliga. Nur wenn die finanzielle Lage von Familien neu erfasst wird, können familienpolitische Maßnahmen realistisch geplant werden. Noch immer beziehen sich Familienrecht oder familienpolitische Maßnahmen auf den Regelsatz aus 1964. Für die Berechnung von Unterhaltszahlungen für Kinder wird noch immer diese mehr als 50 Jahre alte Kinderkostenstudie herangezogen. Der tatsächliche Regelbedarf für Kinder liegt inzwischen deutlich über den in den 1960er Jahren erfassten Werten.  

 

Sozial schwache Familien treffen die steigenden Kosten zur Abdeckung der finanziellen Bedürfnisse von Kindern besonders. In Österreich leben etwa 300.000 Kinder in manifester Armut oder sind armutsgefährdet. Inzwischen ist bewiesen, dass Armut krank macht. Die untersten sozialen Schichten weisen die schwersten Krankheiten auf und sind gleichzeitig mit der geringsten Lebenserwartung ausgestattet. Leben in Armut macht Stress, schwächt die Abwehrkräfte und das Immunsystem. Finanzielle Not, Arbeitslosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse (Feuchtigkeit, Lärm, Abgase) machen krank. Leben am Limit macht verletzlich. „Es ist höchste Zeit, auf die tatsächlichen Lebenslagen von Kindern und Familien einzugehen.Deshalb muss die Durchführung einer neuen Kinderkosten-Erhebung im Regierungsprogramm verankert und budgetiert werden“, bekräftigt Hackspiel die Forderungen des offenen Briefes. 

 

Offener Brief auf www.kinderhabenrechte.at 

 

 

Medienecho zu unserer Forderung (Auszug):

Der Standard (6.12.2017): Familienverbände: Grundlage für Berechnung von Kinderkosten ist veraltet

ORF Vorarlberg (7.12.2017): Neue Studie zu Kinderkosten gefordert

Kurier (7.12.2017): Kinderkosten: Warum es neue Berechnungen braucht

Vorarlberg online (6.12.2017): Organisationen fordern Aktualisierung der Kinderkosten

 

 

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